Milan Horacek und Gisela Kallenbach machen sich für Thüringen in einem grünen Europa stark
Was bei den Thüringer Landtagswahlen denkbar knapp verfehlt wurde, gelang bei den Europawahlen eindrücklich: die 5%-Schallmauer wurde durchbrochen. Auf Bundesebene wurde ein Rekordergebnis erzielt und durch zum Teil enorme Stimmengewinne in nahezu allen Teilen Thüringens konnte auch bei uns der Stimmenanteil für grüne Politik mehr als verdoppelt werden. Herausragend dabei die Ergebnisse in den großen Städten: in Jena wählten 14,9% der Wähler grün, in Weimar entschieden sich sogar 15% für unsere Politik. Doch auch in den ländlichen Regionen gab es bemerkenswerte Zahlen - insgesamt das beste grüne Ergebnis in Thüringen seit 1994.
Für Milan Horacek, von den Thüringer Grünen vorgeschlagen zur Europawahl, waren die Wahlergebnisse besonders spannend. Am Ende einer langen Wahlnacht war aber klar, dass er zusammen mit der durch die sächsischen, sachsen-anhaltinischen und Thüringer Grünen unterstützten Kandidatin Gisela Kallenbach in das Europaparlament einziehen würde.
Milan Horacek, Jahrgang 1946, wird gerne als "politischer Grenzgänger" bezeichnet. Geboren in Tschechien ging er 1968 nach der Okkupation der CSSR ins Exil nach Deutschland. In Deutschland war er Grüner der ersten Stunde, arbeitete zusammen mit Joseph Beuys, Petra Kelly, Roland Vogt, Rudi Dutschke, Daniel Cohn-Bendit und Heinrich Böll und saß für die Grünen im Deutschen Bundestag. Nach der Wende wurde Milan Horacek Leiter des Prager Büros der Heinrich-Böll-Stiftung und engagierte sich besonders in den Bereichen Ökolandbau, Umwelt- und Energiepolitik, Menschenrechte, politische Kultur und EU-Erweiterung.
Seit 2004 im Europäischen Parlament, ist er Mitglied im Entwicklungsausschuss, Stellvertreter im Landwirtschaftsausschuss und Mitglied im Unterausschuss Menschenrechte. Milan Horacek im November 2003: "Ich möchte dazu beitragen, dass aus dem Zusammenwachsen des alten und noch älteren Europas ein neues, bürgerorientiertes und glaubwürdiges Europa hervorgeht."
Bewerbung von Milan Horacek auf der Bundesdelegiertenkonferenz 28.-30.11.04 Dresden
"Wir brauchen eine Osterweiterung des europäischen Bewusstseins", sagt Gisela Kallenbach. Mit ihr haben die sächsischen, sachsen-anhaltinischen und Thüringer Grünen eine weitere starke Stimme in Europa. Bei der Kandidatenaufstellung der deutschen Grünen im November setzte sich Gisela gegen starke Konkurrenz durch und wurde auf Anhieb auf Platz 7 der deutschen Grünen-Liste gewählt. Die Leipzigern, Jahrgang 1944, war gerade aus dem Kosovo wieder zurück nach Deutschland gekommen, als sie sich für die verantwortungsvolle Tätigkeit in Brüssel und Straßburg bewarb. Prägend für sie war ihre Aufgabe im ehemaligen Jugoslawien, wo sie von 2000 bis 2003 als Mitarbeiterin der UNO internationale Bürgermeisterin war. Für den Einigungsprozess Europas und die EU-Osterweiterung hat sie dadurch und durch ihre ostdeutsche Biographie Lehren für ihre Zeit als Abgeordnete gezogen: "Das wird uns Grüne aus Mittel/Ostdeutschland mit einer doppelten Stellvertreter-Funktion beauftragen. [...] Wir müssen dafür sorgen, dass Respekt vor unterschiedlichen Kulturen und politischen Erfahrungen als selbstverständliche Maxime für politische Entscheidungen aufgenommen werden. Wir werden uns auch in Geduld üben müssen. Die Menschen in Süd-/Osteuropa brauchen Zeit für Demokratie-Entwicklung und positive Rechtsstaatlichkeitserfahrung."
Praktische Erfahrungen hat Gisela Kallenbach besonders in der Umwelt- und Kommunalpolitik. Als Abgeordnete im Europäischen Parlament ist sie Mitglied im Ausschuss für regionale Entwicklung und Stellvertreterin im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz.
Bewerbung von Gisela Kallenbach auf der Bundesdelegiertenkonferenz 28.-30.11.04 Dresden